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Ein ganz normaler Tag

Es zieht mich zum Blogschreiben. Sonntag zwischen den Jahren. Ein ganz normaler Tag. Mich erfüllt Glück und Dankbarkeit. Ein Spaziergang in meinem Viertel, ein Café, vertraute Gesichter, Gerüche und Orte. Gerade habe ich den einsamen Briefkasten auf der Straße in der Nähe gesäubert. Als wir hierher zogen, rührte er mich an. Einsam stand er da, erfüllte seine Pflicht und war so verdreckt, wie ich noch nie einen Briefkasten gesehen habe. Es schien niemanden zu kümmern.

Ich habe um die Jahrtausendwende einige Zeit in Hawaii gelebt. Dort ist sehr deutlich wahrzunehmen, dass alles ein Bewusstsein hat. Auf diesen von den Kontinenten sehr weit entfernten Flecken der Erde sind diese Schwingungen sehr klar zu spüren. Die Natur „spricht“ zu einem, aber auch Gegenstände, Orte und so weiter

Einige Menschen sind sehr empfänglich für diese Schwingungen und ausgesprochen gute Übersetzer in den sprachlichen Bereich. Andere malen vielleicht Bilder oder Symbole entstehen, wiederum andere komponieren Musik oder stellen etwas im Tanz und Schauspiel dar oder auch in ihrem Leben.

Also: Der Briefkasten „sprach“ zu mir. Und nach kurzer Zeit machte ich mich ans Werk und begann ihn zu reinigen. Dies tue ich einmal im Jahr. Irgendwie scheint der Schmutz der Kreuzung und der Pflanzen sich von dem Gelb angezogen zu fühlen. Außerdem kleben manche mehr oder weniger intelligente Informationen auf den Kasten. Heute habe ich ihn wieder gereinigt. Er sieht nicht mehr aus wie neu, aber er strahlt Würde aus und scheint dankbar zu sein für meine Fürsorge.

Interessant die Menschen, die heute vorüber gingen. Eine Asiatin nickte mir zu, sie schien zu verstehen. Eine Nachbarin übersah mich, ein Busfahrer hupte. Ein Kind schaute mir eine Weile nachdenklich zu, eine rauchende junge Frau leicht aggressiv verärgert. Ein Nachbar sprach mir seine Anerkennung aus und meinte, er habe aufgegeben, etwas hier zu tun. Ich antwortete, ich hätte die Patenschaft für diesen Briefkasten übernommen. Meist stehe ich früh auf im Winter und reinige ihn im Dunkeln, weil ich gar keine Aufmerksamkeit möchte.

Ich fühle mich wohl. Mal sehen wie lange der Briefkasten so schön Briefkasten bleibt. Mein Mann sitzt neben mir, im Fernsehen war gerade der Louvre zu sehen. Beim Sudoku habe ich leicht und mittel geschafft, bei schwer schlich sich ein Fehler ein und ich ließ das Rätsel Rätsel sein.

Hat das etwas mit Spiritualität zu tun? Ja – denn es gibt keinen Unterschied im Äußeren, vielleicht jedoch einen im Inneren.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag.